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Krallenschneiden

Wer seinem Hund die Krallen schneiden möchte, der benötigt vier Dinge: eine Krallenschere, vielLicht, eine ruhige Hand und vor allen Dingen: einen ruhigen Hund. 

Wenn du das nicht selber machen möchtest oder dich unsicher fühlst, empfehle ich dir, die Krallen deines Hundes eher in einem Hundesalon als beim Tierarzt schneiden zu lassen. Im Hundesalon hat man einfach mehr Erfahrung damit. Dort kann man dir auch zeigen, wie es richtig gemacht wird, falls du es irgendwann doch selber versuchen möchtest. 

Du hast aber auch die Möglichkeit, anstatt zu schneiden, sie zu feilen. Dazu gibt es einige elektrische Krallen-Feilen. Ich persönlich halte sie extrem überteuert und bei grossen Krallen, wie bei meinem Golden Retriever, haben diese teuren Feilen nicht annähernd den gewünschten Effekt erzielt. Ich habe mir dann jeweils im Aldi, wenn es eine Aktion gab, für Fr. 20.00 ein elektrisches Pediküre-Set gekauft. Damit klappte es wunderbar. Wichtig ist einfach, dass du die Kralle gut in deinen Händen fixierst, damit es für deinen Vierbeiner durch die Rotationen nicht schmerzhaft wird. 

Vor dem ersten Krallenschneiden solltest du darauf achten, dass deine Fellnase das Berühren der Pfoten gewohnt ist und nicht als unangenehm empfindet. Sonst könnte dein Vierbeiner die Pfote während des Krallenschneidens ruckartig wegziehen, was für den Hund zu schmerzhaften Verletzungen führen kann. Trainieren lässt sich dies beispielsweise über das klassische „Gib Pfote“- Training. Oftmals hilft es auch, seinen Hund während der Prozedur mit einem Kauknochen abzulenken oder eine zweite Person beschäftigt den Hund zum Beispiel mit „Le Parfait“.  

Warum muss man die Krallen schneiden?

Zu lange Krallen behindern deinen Hund beim Gehen und verursachen ihm Schmerzen. Mit einer Vermeidungsstrategie wird dein Hund versuchen, die Pfoten schräg zu halten, was auf Dauer zu Haltungsschäden und Verspannungen der Muskulatur führen kann. Sind die Krallen des Hundes erst einmal zu lang, behindern sie ihn nicht nur beim Laufen. Zu lange Hundekrallen verhindern, dass sie auf glattem Untergrund genügend Halt finden, und dadurch entstehen sogar Schmerzen. Auch besteht die Gefahr, dass sich der Hund beim Kratzen selber verletzt oder die Krallen einwachsen und sich entzünden. Nicht selten versuchen Fellnasen deshalb, ihre zu langen Krallen selber zu kürzen – z. B. in Form von Abbeissen. Dies ist gefährlich, denn im schlimmsten Fall kann die komplette Kralle herausgerissen werden. Es drohen Entzündungen – und starke Schmerzen. 

Krallenschneiden und Pfoten-Pflege sind für das Wohlbefinden und die Gesundheit deines Vierbeiners wichtig und mit etwas Übung, bei den meisten Hunden auch kein Problem. 

Wann wird es Zeit die Krallen zu schneiden?

​Nicht bei jedem Hund ist das Krallenschneiden notwendig. Oftmals nutzen sich die Krallen auf Asphalt und harten Belägen auch von alleine ab. Da die meisten Spaziergänge jedoch über weichere Untergründe wie Waldboden und Wiesen führen, ist dieser Effekt nicht mehr gegeben. Die Krallenlänge sollte deshalb regelmässig kontrolliert werden. 

  • Wenn dein Hund steht, sollten seine Zehen den Boden nicht berühren.  
  • Wenn du die Pfote deines Hundes hochhältst, sollten die Krallen nicht länger sein als der Ballen des dazugehörigen Zehs. 
  • Hörst du ein Klicken, wenn der Hund über den Parkett oder Fliesenboden läuft? In diesem Fall sind die Krallen ziemlich sicher zu lang. 

​Wenn man das Krallenschneiden vernachlässigt, wird der durchblutete Bereich der Kralle weiter Richtung Nagelspitze wandern. Das heisst, du hast dann eine zu lange Kralle, kannst sie aber nur ganz wenig kürzen, da der durchblutete Bereich zu weit in die Nagelspitze wächst. Dann empfehle ich, wöchentlich Millimeter für Millimeter mit einer Feile zu kürzen, damit sich der durchblutete Bereich langsam wieder zurückbildet.  

Eine regelmässige Pediküre lohnt sich also! 

Wie oft sollte man die Krallen schneiden?

Wie oft du die Krallen schneiden solltest, hängt davon ab, wie schnell das Horn und Leben nachwachsen. Wenn das Leben in einer zu langen Kralle bereits fast bis zu Krallenspitze gewachsen ist, dann musst du Geduld aufbringen. Am Anfang sollte ein Wegfeilen von nur wenigen Millimetern ausreichen und die Krallen wöchentlich getrimmt werden. Auf diese Weise wird sich das Leben in der Hundekralle immer mehr zurückziehen. 

Normalerweise reicht es aber, die Krallen im dreiwöchigen Turnus nachzuschneiden. Es gilt: So häufig wie nötig und immer so, dass die Krallen kurz vor einer Bodenberührung stehen. 

​Alles klar, und wie schneide ich nun die Krallen?

Die Krallen deines Hundes sind durchblutet. Ebenfalls verlaufen in der Kralle Blutgefässe und empfindliche Nerven. Deswegen ist bei der Schnittstelle absolute Vorsicht geboten! Werden diese angeschnitten und verletzt, blutet es stark und ist sehr schmerzhaft für den Hund. 

Stell dir vor, du schneidest dir die Nägel mit einem Klipser und anstatt nur den Nagel, schneidest du auch noch etwas von der Fingerkuppe ab… Also mehr als nur „Autsch“. 

Los gehts: 

  • Stelle sicher, dass dein Hund ruhig und entspannt liegt oder sitzt. Umschliesse mit deiner freien Hand die Hundepfote so, dass sie gut fixiert ist, ohne zu grossen Druck darauf auszuüben. So vermeidest du Schnittverletzungen, die durch ein plötzliches Zurückziehen der Pfote entstehen könnten. Auf keinen Fall schneiden, wenn dein Hund die Pfote zurückzieht.
  • Durchleuchte zuerst mit einer Taschenlampe die zu schneidende Kralle, damit du die Blutgefässe erkennst und auf gar keinen Fall soweit zurück schneidest!
  • Generell sollten die Krallen schrittweise gekürzt werden. Das bedeutet, dass jeweils eine kleine Scheibe von etwa 1 mm abgeschnitten wird, bis die optimale Länge erreicht ist. Zu den Blutgefässen sollte mindestens ein Abstand von 1 mm eingehalten werden – so werden ungewollte Blutungen vermieden. Vor allem bei schwarzen Krallen ist dieses Vorgehen empfehlenswert! Und so ist eine Veränderung leichter erkennbar. Je näher der durchblutete Bereich ist, desto besser ist ein heller oder rosafarbener (bei hellen Krallen) bzw. schwarzer oder dunkler Punkt in der Mitte (bei dunklen Krallen) sichtbar. 
  • Schneide nun mit der Krallenzange scheibenweise zurück. Bei kleineren Tieren genügt meist auch ein Krallentrimmer (elektrische Feile) 
  • Anschliessend feilst du nach, indem du die Feile nur in eine Richtung bewegst um möglichen Einrissen und Splitterungen vorzubeugen. 
  • Manche Hunderassen besitzen an der Innenseite der Hinterbeine eine sogenannte Wolfskralle. Diese ist ein Überbleibsel der Evolution und erfüllt heute keine Funktion mehr. Da sie den Boden jedoch nicht berührt und daher nicht auf natürliche Weise abnutzt, muss sie geschnitten werden. Sonst droht schmerzhaftes Einwachsen. 

Was, wenn es nach dem Krallenschneiden doch blutet?

Leider kann es auch trotz grösster Vorsicht passieren, dass man um einen Millimeter zu viel schneidet und es zu bluten beginnt. Nicht in Panik ausbrechen! 

Versuche die Blutung je nach Stärke zu stoppen und deinen Liebling zu beruhigen. Stoppe die Blutung mit sogenannten Clip Stop Blutstillern. Solltest du keine blutstillenden Mittel zur Hand haben, kannst du auch etwas Eis auflegen. 

Bei einer kleinen Wunde müsste die Blutung nach spätestens 30 Minuten aufhören. Ist dies jedoch nicht der Fall, wäre es empfehlenswert, deinen Tierarzt aufzusuchen. Da es sich um eine offene Körperstelle handelt, sollte eine Infektion durch Schmutz vermieden werden. 

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