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Hundesprache besser verstehen

Unsere Hunde kommunizieren ständig mit uns. Nur verstehen wir sie oftmals nicht oder unterbinden häufig die Kommunikation wie zum Beispiel das Bellen. Wenn man seine Fellnase beginnt zu verstehen, kann das nicht nur die Beziehung zu seinem Vierbeiner stärken, sondern man kann ihn auch in schwierigen Situationen unterstützen.

​Wie oft hat man schon gehört oder gelesen, dass ein Hund «aus dem Nichts» zugebissen hat. Ein Hund beisst nicht aus dem «Nichts». Auch hier hat er mehrfach kommuniziert, nur hat man ihn nicht verstanden.

​Zu verstehen, was dein Hund dir mitteilen möchte, macht grossen Spass und bringt so einige «aha-Momente» mit sich. Es gibt das Buch von Turid Rugaas «Calming Signals». Es ist ein fantastisches Buch, dass dir verständlich die Beschwichtigungssignale der Hunde aufzeigt. Ebenso gibt es eine DVD.

​Hiermit möchten wir dir einige wichtige «Calming Signals» aus diesem Buch aufzeigen:

​Die Nase lecken:

Ein Signal, dass man häufig bei Hunden beobachten kann. Damit drückt er aus, dass er sich gerade nicht wohlfühlt oder es ihm zu viel ist. Wenn du dich darauf achtest, wirst du es in einigen Situationen bemerken. Zum Beispiel, wenn ein Hund sich dem anderen nähert. Oder wenn du dich über einen Hund beugst, nach ihm greifst, ihn mit ärgerlicher Stimme ansprichst, ihn umarmst oder festhälst. Dann kann man beobachten, wie der Hund sich mit der Zunge über die Nase leckt. Hier ist es dann nur höflich, etwas Abstand zu nehmen. Du würdest es sicherlich auch nicht toll finden, wenn du jemandem mitteilst, dass er dir gerade zu nahekommt oder du dich unwohl fühlst und dann macht diese Person einfach weiter.

​Das Gähnen:

Wenn ein Hund gähnt, hört man den Menschen oftmals sagen: «Oh, der Hund ist müde.» Ein Hund gähnt eher selten, weil er müde ist. Vielmehr ist dieses Signal in Situationen zu beobachten, in denen ein Hund gestresst, unsicher, aufgeregt, angespannt oder gar sich in einer für ihn unangenehmen Umgebung befindet, wie zum Beispiel beim Tierarzt oder sich jemand zu Hause streitet.

Auch du kannst dieses Signal anwenden, um einen Hund in einer für ihn schwierigen Situation zu beruhigen. Gähne einfach mehrere Male. Oftmals legt sich der Hund dann entspannt hin.

Den Kopf abwenden:

Dieses Signal kann man in verschiedenen Situationen beobachten. Wenn sich zum Beispiel zwei Hunde begegnen und der eine Hund kommt zu schnell oder direkt auf den anderen Hund zu. Oder wenn du dich über deine Fellnase beugst, ihn umarmst oder hochheben möchtest. Somit möchte dein Hund dir sagen, dass er sich gerade nicht sehr wohlfühlt

Du kannst dieses Signal ebenfalls verwenden. Wenn du auf einen Hund zugehst oder er sich unsicher, ja vielleicht gar bedroht von dir fühlt, solltest du deinen Kopf zur Seite drehen. Das versteht die Fellnase, denn damit sagst du ihm, dass von dir keine Bedrohung ausgeht.

Die Augen:

Mit den Augen kann deine Fellnase ebenfalls Beschwichtigungssignale abgeben. Wenn ein Hund nicht die Möglichkeit hat den Kopf zu drehen, weil er zum Beispiel gerade ganz doll von dir umarmt wird oder er sich so bedroht fühlt, dass er erstarrt, wird er die Augen von einer Seite zur anderen wandern lassen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass er beginnt zu blinzeln. In beiden Fällen möchte er mitteilen, dass er sich unwohl oder gar bedroht fühlt.

Das Augenblinzeln kannst auch du anwenden, wenn du nicht die Möglichkeit hast, den Kopf abzudrehen. Einfach immer wieder mehrfach blinzeln.

Vermeide es, einem Hund frontal in die Augen zu starren. Dies wirkt sehr bedrohlich auf Hunde und er wird bestimmt Beschwichtigungssignale aussenden (seitlicher Blick oder Blinzeln usw.). Wähle stattdessen einen Winkel, der deinen Blick verkürzt oder weicher erscheinen lässt.

​Sich Abwenden:

Die Flanke oder das Hinterteil zuzudrehen, ist ein sehr starkes und deutliches Beschwichtigungssignal. Oftmals wird es von den Hunden eingesetzt, wenn ein anderer Hund zu schnell und stürmisch auf in zugeht. Wenn du zornig oder aggressiv wirkst. Mit einem Hund schimpfst oder die deutliche Absicht zeigst, deinen Hund zu bestrafen (was du nicht tun solltest, mehr dazu hier). Wenn du an der Leine herumzerrst und mit deinem Hund schimpfst, kann er ebenfalls dieses Signal aussenden. Mit diesem Signal möchte er einfach nur ganz deutlich einen Konflikt vermeiden.

Auch dieses Signal kann von dir angewendet werden, um einen Hund zu beschwichtigen. Hat ein Hund offensichtlich Angst vor dir oder fühlt sich bedroht, fletscht gar die Zähne, bellt oder greift dich an, dann drehe dich weg. Ebenfalls kannst du dieses Signal anwenden, wenn ein Hund zu stürmisch ist, an dir hochspringt oder übermässige Freude zeigt und sich kaum beruhigt. Wichtig hierbei ist, dass wenn er das ungewünschte Verhalten sein lässt, den Hund zu begrüssen und zu loben.

​Das Wedeln:

Bei uns Menschen ist es allgemein verbreitet, dass wenn ein Hund wedelt, er sich freut. FALSCH!

Wenn ein Hund mit dem Schwanz wedelt, bedeutet das keineswegs, dass er sich freut. Es kann ebenfalls bedeuten, dass er sich ängstlich, unsicher, gestresst, wütend oder gar unzufrieden fühlt. Mit dem Wedeln versucht er sich selbst oder andere damit zu beschwichtigen.

​Das Dazwischengehen/Splitten:

Du hast sicherlich schon beobachtet, dass wenn du jemanden umarmst und ein Hund in der Nähe ist, dieser dazwischen geht. Oftmals findet der Mensch das niedlich, weil er davon ausgeht, der Hund sei eifersüchtig. Das ist FALSCH!

In der Hundesprache kann dies bedeuten, dass sich ein Konflikt anbahnt. Um dies zu verhindern, drängt sich ein Hund zwischen diese Menschen oder Hunde. Hat also nichts mit Eifersucht zu tun.

Auch du kannst das Dazwischengehen anwenden. Wenn du bemerkst, dass zwei Hunde beginnen angespannt aufeinander zu reagieren, bellt etwas oder jemanden an, stelle dich dazwischen. Die Hunde verstehen diese Sprache, da sie es ja selbst anwenden.

​Detailliertere und weitere Informationen findet ihr direkt im Buch:

​- Calming Signals – Die Beschwichtigungssignale der Hunde – Turid Rugaas – Buch kaufen | Ex Libris

​oder der DVD:

​- Calming Signals, 1 DVD DVD jetzt bei Weltbild.ch online bestellen

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