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Warum Halsbänder in die Geschichtsbücher gehören

Artikel von Hunde-Expertin Jenny Borghi www.perros.ch

Brustgeschirr ist besser!

Die Auswahl an Hundezubehör ist schier grenzenlos, und wenn man nicht weiss worauf man achten sollte, dann ist die Auswahl wohl mehr Qual als Wahl. Sehr schnell greift man zu einem Produkt, welches einem optisch gefällt aber nicht wirklich zweckdienlich ist. Ein Brustgeschirr bzw. Gstältli wie man auf Schweizerdeutsch gerne sagt, ist sowohl gesundheitlich wie auch für das Verhalten des Hundes viel besser.

Heute weiss man aus unzähligen Studien und diversen dokumentierten Verletzungen, dass Halsbänder in die Geschichtsbücher der Hundehaltung gehören. Das Halsband verläuft am Hals des Hundes genau über die Schilddrüse. Durch einen Ruck an der Leine (egal ob vom Hund oder vom Halter herbeigeführt) kann die Schilddrüse entzündet oder sogar verletzt werden. Die Schilddrüse ist verantwortlich für die Ausschüttung verschiedener Hormone, die uns gesund halten. Wenn sie einmal beschädigt ist, ist dies der Ausgangspunkt für viele Krankheiten und Verhaltensauffälligkeiten wie z.B. Überempfindlichkeit für Infektionen, erhöhte Angst, Gereiztheit, epileptische Anfälle, Herz-Kreislauf Probleme, Schwierigkeiten mit der Verdauung und vieles mehr.

Menschen die z.B. durch einen ruckartigen Stopp vom Sicherheitsgurt des Autos eine beschädigte Schilddrüse haben, müssen oft jahrelang Medikamente nehmen um den Hormonausgleich zu schaffen, für den die Schilddrüse verantwortlich ist. Dasselbe Problem entsteht bei Hunden die an einem Halsband geführt werden. Durch einen Ruck an der Leine können sogar Halswirbel verschoben oder gar ausgerenkt werden.

Ein weiterer Nachteil des Halsbandes ist, dass wenn der Hund zusätzlich an der Leine zieht, ein permanenter Druck entsteht, der das Blut abklemmt. Dabei wird die Blutzirkulation zu den Augen unterbrochen, was im schlimmsten Fall auf Dauer zur Erblindung des Hundes führen kann.

Ferner wird durch den Druck auf die Luftröhre eines gestressten, hektischen und/oder ziehenden Hundes diese abgeschnürt. Der Hund bekommt keine Luft und wird panisch. Die Hunde ziehen in dieser grossen Angst noch mehr an der Leine, weil sie aus der Situation entkommen möchten. Ein Teufelskreis entsteht.

Brustgeschirr als erste Wahl bei Leinen-Aggression

Warum Halsbänder gerade bei Hunden die bereits verhaltensauffällig sind die falsche Wahl ist, ergibt sich aus folgenden Gründen: Sobald der Hund an der Leine zieht, wird der Kopf des Hundes nach oben und somit in eine unter Hunden sehr unfreundliche Position gezogen. Das wiederum wirkt negativ auf die entgegenkommenden Hunde. Zudem entsteht eine Anspannung am Hals, welche den Hund zusätzlich ängstigt, da es die Luftzufuhr unterbricht. Konflikte sind somit vorprogrammiert.

Vergleich beim Menschen

Verwunderlich ist ja, dass es eine Zeit gab vor ca. 30-40 Jahren wo auch Kinder wortwörtlich an die Leine genommen wurden. Selbst bei dieser fragwürdigen Aktion kam niemand auf die Idee die Leine an einem Halsband zu befestigen, sondern es wurde ein Brustgeschirr verwenden. Die Körperfunktionen vom Menschen und Hund sind sich in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich. Stellen dir einmal vor, du hättest den Sicherheitsgurt um den Hals gewickelt. Ich finde das eine schreckliche Vorstellung und möchte diese Risiken für meinen „besten Freund“ auf keinen Fall eingehen. Mach dir Gedanken und sei kritisch.

Bei der grossen Auswahl an Brustgeschirren ist folgendes zu beachten.

Die Y-förmigen Brustgeschirre sind gemäss heutigem Wissensstand, für die Gesundheit am schonendsten. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass der Abstand zwischen dem Geschirr und der vorderen Achsel ausreichend ist, damit es beim Gehen und Rennen unter den Achseln nicht aufscheuert. Am besten sind Geschirre, die auf beiden Seiten Klickverschlüsse haben. Somit ist einfaches an- und ausziehen ohne grosses hantieren am Hund und mühseliges Pfote-heben möglich. Achten Sie beim Kauf auf gute und robuste Qualität. Die Klickverschlüsse sollten verschlossen und am Hund getragen keine störenden Klapper-Geräusche machen. 5-fach (1x unten, 2x oben, 2x auf der Seite) verstellbare Gstältli können ziemlich genau auf ihre Fellnase eingestellt werden.

Während eines Hundelebens machen wir ca. 15‘000 Spaziergänge mit unserem liebsten Vierbeiner, es lohnt sich diese für den Hund gesund und wohl zu gestalten. Dazu gehört auf jeden Fall ein gutes Brustgeschirr.

Erklärungs-Video:

YouTube Video Brustgeschirr statt Halsband: https://youtu.be/-hqk_qMZ-Vk

 

 

 

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